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Intel Xeon 5600: 24 Threads melden sich zum Dienst - Intels Xeon X5680 gibt sich die Ehre

08:10 - 31/08/2010

Im Jahr 2005 veränderte Intel die Desktop-Landschaft grundlegend durch die Einführung der ersten Pentium-4-Prozessoren mit zwei Kernen. Man hatte erkannt, dass man die Taktraten nicht wie geplant stetig weiter würde anheben können. Wir erinnern uns: Ursprünglich versprach Intel sich vom Pentium-4-Design Taktraten von bis zu 10 GHz! Also entschied man sich für einen Strategiewechsel und zielte stattdessen auf die höhere Parallelisierung bei den Ausführungseinheiten einer CPU ab.

Server und Workstations nutzten natürlich schon seit langem Systeme mit mehreren CPUs in Form von Mehrsockel-Mainboards, um so bestimmte Aufgaben schneller auszuführen. Allerdings hatten die Xeons mit Irwindale-Kern damals ein mächtiges Problem: AMDs Opterons waren ihnen in fast allem Belangen haushoch überlegen. Durch Hyper-Threading konnten sie zwar zwei Threads pro physikalische CPU ausführen, doch handelte es sich bei ihnen noch um einen klassischen Einkern-Prozessor. Zum Mehrkern-System wurde eine solche Workstation erst, indem man zwei derartige CPUs in ein Mainboard mit zwei Sockeln steckte.

Auf dem Desktop geht der Umstieg auf Software, die mehrere Threads nutzen kann, nach wie vor schleppend voran. Unsere „Lieblingsbeispiele“ sind in dieser Hinsicht WinZip und iTunes, die auch in ihren aktuellen Versionen noch so tun, als besitze eine CPU nur einen einzigen Kern. Anders sieht es in der Business- und Workstation-Klasse aus. Hier kommen schon seit Jahren elegantere Software-Lösungen zum Einsatz, die mehrere CPUs bzw. CPU-Kerne gut auslasten können. Während der Gamer also noch das Für und Wider eines Sechskern-Prozessors abwägen muss, kann der Workstation-Guru niemals genug CPU-Kerne in einem Gehäuse unterbringen.

Schon der Umstieg von einem Zwei-Sockel-System mit zwei Einzelkern-CPUs auf ein Doppelkern-System mit einem Sockel birgt Einsparpotential. Oder man steigt gleich von einer Zwei-Sockel-Plattform mit Einzelkernen auf ein Zwei-Sockel-System mit Dual-Cores um. Mit einem Schlag verdoppelt man die verfügbaren Ressourcen, die in derselben Hardware-Klasse zur Verfügung stehen. Passende Mainboards und CPUs für Vier- und Acht-Wege-Systeme werden dann schlagartig teurer. Insofern ist aus Kostensicht eine Pro-Sockel-Parallelisierung durchaus wünschenswert. Gut, dass es heute sogar Sechskern-Prozessoren mit Hyper-Threading gibt, die selbst einem Desktop-Betriebssystem wie Windows 7 ganze 12 logische Prozessoren zur Verfügung stellen – und zwar auf einem einzelnen Sockel.

Chris Angelini spricht über Intels Xeon-5600-Familie

 

Intel wird wieder konkurrenzfähig

Da die Hardware immer leistungsstärker wird, passen die Entwickler ihre Software an, um diese Reserven voll auszuschöpfen, was wieder zum Wunsch nach potenterer Hardware führt - ein klassischer Teufelskreis.

Vergangenes Jahr führte Intel die Xeon-5500-Reihe für Server und Workstations mit zwei Sockeln ein. Laut dem damaligen Intel-Vize Pat Gelsinger war dies die wichtigste CPU-Vorstellung des vergangenen Jahrzehnts. Eigentlich betrachten wir solche Aussagen eher kritisch, aber in diesem Fall traf sie, was Intel betrifft, voll zu.

Der Vorteil, den AMD  durch den Einsatz von HyperTransport genoss, zeigte sich vor allem in Mehrsockel-Systemen. Derweil war Intel noch lange Zeit auf den Front Side Bus angewiesen, dessen Bandbreite sich alle verbauten Prozessoren teilen mussten. Mit der Xeon-5500-Serie schaffte Intel die Schwächen vorangegangener Chips durch die Einführung des QuickPath Interconnect (QPI), der Wiedereinführung von Hyper-Threading und dem neu entwickelten Turbo-Boost aus der Welt. Dadurch profitierten sowohl Single-Thread- als auch Multi-Thread-Anwendungen von der neuen Architektur.

Natürlich drehen sich die Rädchen auch bei Intel weiter. Der Umstieg auf die 32-nm-Fertigung dieses Jahr erlaubte es der Firma, seinen SMB-Prozessoren bei gleichbleibender Leistungsaufnahme weitere Ausführungseinheiten zu spendieren. Das bringt uns zur Xeon-5600-Familie: Sie enthält bis zu sechs physische Kerne und 12 MB gemeinsamen L3-Cache pro Prozessor, gehört aber dennoch in dieselbe 130-Watt-TDP-Klasse wie seine Vorgänger der 5500-Serie.

Das Traum eines jeden echten Geeks: 24 Prozessoren im Windows-Gerätemanager.

Eines gleich vorneweg: In diesem Artikel tauchen keine AMD-CPUs auf. Das liegt aber nicht an mangelndem Interesse unsererseits. Als wir dort anfragten, ob man an einem Vergleich verschiedener Prozessoren im Workstation-Segment teilnehmen wolle, bei dem auch Intels neueste Xeons mitläuft, räumte die Firma ein, in diesem Segment derzeit nicht wirklich stark aufgestellt zu sein. Ein Teil davon, konkurrenzfähige Angebote machen zu können, besteht darin, leistungsfähige CPUs mit halbwegs aktuellen Chipsätzen kombinieren zu können.

Während Intels Xeon 5500- und 5600-Serien auf die Chipsätze 5200 und 5500 bauen können, sind die Optionen bei AMD spärlicher gesät. Zwar hat man immerhin die SR56x0-Serie und die SP5100-Southbridge im Portfolio, die zusammen genommen bei Tyan als Basis für Doppel-Sockel-Mainboards dienen. Dennoch schien man bei AMD einfach nicht daran interessiert, an diesem Vergleich teilzunehmen. Das ist eigentlich mehr als schade. Als AMD damals den Athlon 64 vorstellte, wurde seine exklusive 64-Bit-Architektur vor allem bei den Workstation-Nutzern im Audio-Bereich als großer Pluspunkt gefeiert.

Wie dem auch sei, an Hardware für einen Vergleich mangelt es uns trotzdem nicht. Für den Test finden sich ein: zwei Xeon 5600, zwei Xeon 5500 und ein Core i7-980X. Letzterer soll zeigen, wo und wann ein zweiter Prozessor bei Workstation-Aufgaben tatsächlich zusätzliche Performance bringt.

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