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Das 2007-System: Intel P35 Express
08:10 - 19/08/2010
Wir haben uns für eine 2007er Plattform des gehobenen Segments entschieden und diese mit einer neuen 2010er-Lösung verglichen. Unsere Wahl fiel auf das P35 Platinum von MSI, eines der wenigen Motherboards aus jener Zeit, das noch immer in unseren Laboren zu finden ist. Dieses Motherboard wurde zweimal überarbeitet: Die Version 1.0, die wir heute verwendet haben, sowie die aktualisierte Version 1.1. Letztere eignet sich für ein Übertakten deutlich besser und kann über den Basis-FSB-Takt von 460 MHz der Sockel 775-Plattform deutlich hinausgehen. Das P35 Platinum ist interessanterweise noch immer erhältlich.
Dieses Board nutzt einen P35 Express-Chipsatz von Intel (Bearlake), der sowohl DDR2- als auch DDR-Speicher unterstützt. Da DDR2 2007 preiswerter und damit weiter verbreitet war, handelte es sich damals um die vorherrschende Speichertechnologie. Wir haben vier 1 GB DDR2-800 DIMMs von Corsair eingebaut, um auch hier die Hauptspeicherkapazität von 4 GB zu erreichen wie wir sie auch beim 2010er-System verwenden. Intel führte die ICH9-Southbridge zusammen mit dem P35-Chipsatz ein. Der größte Unterschied im Vergleich zu ICH8 sind 12 statt 10 USB 2.0-Anschlüsse und eine Gigabit Ethernet MAC, durch die alle sechs x1 PCI Express-Lanes für Erweiterungssteckplätze zur Verfügung stehen. Glücklicherweise nutzt das MSI P35 Platinum das ICH9R-Spitzenmodell, das den AHCI-Modus für Serial ATA und RAID 5 unterstützt. Die Port-Multiplier-Funktion für eSATA-Verbindungen wird ebenfalls unterstützt, sofern der Hersteller an die Implementierung gedacht hat, wie z.B. beim P35 Platinum.
MSI hat zudem einen Firewire 1394a-Controller gedacht, der eine Übertragungsrate von 400 Mb/s unterstützt, einen optischen Audioausgang integriert und das Motherboard darüber hinaus mit einem Drei-Phasen-Spannungsregler sowie mit Feststoffkondensatoren ausgestattet. Dieser Spannungsregler ist den aktuellen Multi-Phasenreglern von heute eindeutig nicht gewachsen, galt aber zumindest 2007 als solide Lösung. Das Board unterstützt alle 65-nm und 45-nm Sockel 775-Prozessoren von Intel, also die Core 2 Duo Conroe und Wolfdale sowie Core 2 Quad Kentsfield und Yorkfield Prozessoren. Angaben von MSI zufolge ist es ebenfalls möglich, auf 8 GB RAM aufzurüsten. Da es sich dabei um DDR2 handeln muss, wird das ganze allerdings recht teuer.
Was fehlt dem 2007-Motherboard?
Bei diesem Board würden wir nur ein paar Dinge vermissen:
- USB 3.0: Das neue ultra-schnelle externe Interface war 2007 noch nicht erhältlich. Demzufolge müsste man eine Add-On-Karte mit zwei USB 3.0-Anschlüssen installieren – ein Kinderspiel. Allerdings sind selbst heute nur ein paar Plattform-Lösungen mit On-Board USB 3.0-Controller ausgestattet.
- PCI Express 2.0 war 2007 ebenfalls noch nicht verfügbar. Sollten man mit dem Gedanken spielen, zwei neuere High-End-Grafikkarten zu betreiben, dürfte die etwas geringere Performance von PCI Express 1.1 auffallen. Weitere Informationen zu den PCI-Express Anschlüssen für Grafikkarten entnehmen Sie bitte dem Artikel "PCI Express and SLI Scaling: How Many Lanes Do You Need?". Unserer Meinung nach ist die Aufrüstung auf eine PCIe 2.0-Plattform zur expliziten Verbesserung der Grafikleistung nur dann sinnvoll, wenn man ein entsprechend großes Budget zur Verfügung hat.
- SATA 6 Gb/s: Die neue Schnittstelle für Speichergeräte verdoppelt die Bandbreite, allerdings gibt es derzeit lediglich ein Flash-SSD, das von der zusätzlichen Bandbreite profitiert. Das dürfte sich zwar in den nächsten 6-9 Monaten ändern, allerdings sehen wir derzeit keine große Dringlichkeit wegen SATA 6 Gb/s auf eine neue Plattform umzuschwenken. Unsere SSD-Charts helfen bei der Auswahl des passenden SSDs.
- Energiesparfunktionen: Moderne Boards verfügen über dynamische Spannungsregler, die die Phasen je nach Auslastung hoch- bzw. runter regeln. Dadurch ist die Leistungsaufnahme im Leerlauf heutiger Plattformen niedriger.
Was sind die Vorteile des 2007-Motherboards?
Es gibt ein paar Dinge, die bei P35-Motherboards (und äquivalenten Produkten) im Vergleich zu aktuellen Motherboard durchaus positiv sind:
- UltraATA-Controller: Paralleles ATA für Legacy-Geräte dürfte heutzutage nicht mehr sonderlich wichtig sein, da die meisten internen Speicherprodukte inzwischen auf seriellem ATA basieren. Allerdings ist das parallele ATA-Interface auf den meisten neuen Motherboards nicht mehr länger verfügbar.
- PCI-Slots: Diese verschwinden ebenfalls langsam von der Bildoberfläche.
Das P35 Platinum von MSI galt 2007 als gehobene P35-Lösung.
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