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Ein wenig alt, ein wenig neu: Im Innern von Intels SSD 710

07:40 - 12/01/2012

Intels NAND-Controller PC29AS21BA0

Obwohl wir es streng genommen mit einer neuen SSD-Familie zu tun haben, sind die Innereien der SSD 710 allesamt schon gute Bekannte. Im Prinzip ist dieses Enterprise-Laufwerk ein Spiegelbild der SSD 320 aus dem Consumer-Segment. Beide Laufwerke nutzen eine Architektur mit zehn Kanälen basierend auf dem PC29AS21BA0-Controller von Intel. Der Unterschied ist hier natürlich, dass die SSD 710 HET MLC nutzt, der für die niedrigere Schreibgeschwindigkeit verantwortlich ist. Nebst Controller und NAND bieten sowohl das 320 als auch das 710 eine AES-128-Verschlüsselung und können Daten während eines Stromausfalls mithilfe von On-Board-Kondensatoren sichern.


Intel SSD 320 (G3)Intel SSD 710
Kapazitäten120/160/300/600 GB
100/200/300 GB
NANDIMFT 25 nm MLC, ONFI 2.2
IMFT 25 nm HET MLC, ONFI 2.2
Cache
64 MB DRAM, 166 MHz
64 MB DRAM, 166 MHz
Lesen (sequenziell)270 MB/s270 MB/s
Schreiben (sequenziell)220 MB/s210 MB/s
zufälliges Lesen mit 4 KB
39 500 IOPS38 500 IOPS
zufälliges Schreiben mit 4 KB23 000 IOPS2700 IOPS
Sicherheit
ATA Password + AES-128ATA Password + AES-128


Optisch sind eine SSD 320 mit 300 GB und eine SSD 710 mit 200 GB kaum voneinander zu unterscheiden.

Links Enterprise, rechts Consumer


Intel SSD 710
200 GB
Intel SSD 320
300 GB
Straßenpreis
ab ca. 1125 Euroab ca. 430 Euro
Preis pro GB
~ 5,62 Euro~ 1,429 Euro
Kapazität (brutto)
320 GB320 GB
Nettokapazität nach IDEMA
200 GB300 GB
nutzbarer Speicherbereich
186,31 GiB279,46 GiB
Over-Provisioning
40%6,66%


Wie die 300 GB große SSD 320 in unserem Testlabor bietet auch die SSD 710 mit 200 GB von Intel 20 NAND-Chips zu je 16 GB. Während sich die Platinen beider Laufwerke kaum unterscheiden, reserviert die Enterprise-Version ganze 40% des Speichers für Over-Provisioning. Das haben wir in der Höhe bislang noch bei keinem Produkt gesehen. Genau das dürfte aber ein entscheidendes Merkmal sein, mit dem MLC auch im Enterprise-Segment Akzeptanz finden könnte, denn ein größerer Reservespeicher verringert die Write-Amplification, was sich wiederum positiv auf die Lebenserwartung des Laufwerks auswirkt.

40% klingen zwar schon relativ viel, allerdings empfiehlt Intel für schreibintensive Anwendungen sogar noch mehr Over-Provisioning. Würde man weitere 20% des NAND-Flash des Laufwerks reservieren, würde die Lebenserwartung um weitere 50% steigen. Durch eine Kombination von HET MLC und exorbitantem Over-Provisioning erreicht das SSD 710 eine theoretische Lebenserwartung, die 33x höher ist als die einer regulären SSD 320.


NAND-Typ
Kapazität
Lebenserwartung (theoretisch)
Intel SSD 320
MLC
160 GB
300 GB
600 GB
15 TB
30 TB
60 TB
Intel SSD 710
HET MLC
100 GB
200 GB
300 GB
500 TB (900 TB)*
1.0 PB (1.5 PB)*
1.1 PB (1.5 PB)*

* Werte in Klammern: mit 20% zusätzlichem Over-Provisioning

Zwar lässt sich die theoretische Lebenserwartung von Enterprise- und Consumer-SSDs mit derselben Formel berechnen, allerdings sind die Spezifikationen der beiden Produkte unterschiedlich. Beispielsweise lassen sich aus Flash-Zellen einer Consumer-SSD (wie der SSD 320) Daten noch 12 Monate auslesen, nachdem ein Block seine maximale Anzahl an Schreib-Lese-Zyklen überschritten hat. Enterprise-SSDs wie die SSD 710 halten die Daten im Regelfall nur drei Monate vor. Das hört sich erst einmal widersinnig an, reicht aber völlig aus, denn bei Speicherlösungen im Enterprise-Bereich wird ein fehlerhaftes Laufwerk im Normalfall binnen Stunden ausgetauscht. Eine längere Datenerhaltung ist also gar nicht notwendig.

Anwendung
Aktive Nutzung
(mit Strom)
Datenspeicherung
(Kein Strom)
Functional Failure
Requirement (FFR)
Fehlerquote: Nicht korrigierbare Bits
Client
40oC
8 hrs/day
30oC
1 Year
≤ 3%
≤ 10-15
Enterprise
55oC
  24 hrs/day
30oC
  3 Months
≤ 3%
≤ 10-16

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