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Die Architektur der Radeon HD 5830
13:30 - 01/03/2010
AMD hat eine ganze Reihe Grafikkarten im Angebot, die sich in einer ähnlichen Preisregion bewegen wie die neue Radeon HD 5830. Schauen wir uns die Kandidaten einmal genauer an:
| Radeon HD 5850 | Radeon HD 5830 | Radeon HD 5770 | Radeon HD 4890 | |
|---|---|---|---|---|
| Shader-Prozessoren | 1.440 | 1.120 | 800 | 800 |
| Textur-Einheiten | 72 | 56 | 40 | 40 |
| Color ROPs | 32 | 16 | 16 | 16 |
| Kerntakt | 725 MHz | 800 MHz | 850 MHz | 855 MHz |
| GDDR5 Speichertakt | 1.000 MHz | 1.000 MHz | 1.200 MHz | 975 MHz |
| Speicherbus | 256 Bit | 256 Bit | 128 Bit | 256 Bit |
| Speicherbandbreite (GB/s) | 128 | 128 | 76,8 | 124,8 |
| Rechenleistung (TFLOPs) | 2,09 | 1,79 | 1,36 | 1,6 |
| Transistoren (Milliarden) | 2,15 | 2.15 | 1,04 | 0,959 |
| Stromverbrauch Last | 151W | 175W | 108W | 190W |
| Stromverbrauch Leerlauf | 27W | 25W | 18W | 60W |
Auf den ersten Blick scheint die Radeon HD 5830 die HD 5770 von den technischen Daten her komplett in den Schatten zu stellen, besitzt sie doch eine weit höhere Speicherbandbreite und fast 50% mehr Shader-Prozessoren. In der Tat scheint es, als liege die HD 5830 gar nicht so weit hinter der HD 5850. Zwar hat sie im Vergleich zu dieser 22% der Shader eingebüßt, doch dafür besitzt sie auch einen um 10% höheren Kerntakt.
Die technischen Daten der Radeon HD 5830 sehen also vielversprechend aus. Bei genauerem Hinsehen findet man dann aber doch den Haken, nämlich die verringerte Anzahl der ROPs. Damit schmilzt der Traum, fast dieselbe Leistung einer HD 5850 zu einem niedrigeren Preis zu bekommen, dahin. Das ist natürlich auch genau der Grund, aus dem ATI die Anzahl der Render Backends verglichen mit der Radeon HD 5850 und HD 5870 halbiert hat. Was bedeutet das nun für die Leistung? Man darf erwarten, dass die HD 5830 Shader-Programme fast so schnell wie die HD 5850 ausführen kann, doch wenn es darum geht, Pixel auf den Bildschirm zu zaubern, liegt sie eher auf dem Niveau einer HD 5770. Insofern sollte sich die HD 5830 zwischen der HD 5770 und der HD 5850 einordnen. Wir dürfen aber damit rechnen, dass sie eher die Performance einer HD 5770 oder HD 4890 bietet.
Das bringt uns zur HD 4890. Dieser Karte ist die HD 5830 auf dem Papier um Längen voraus. Andererseits haben vergangene Tests gezeigt, dass die Shader der 4000er-Serie in Spielen offenbar effizienter arbeiten als die der 5000er-Familie und so eine zahlenmäßige Unterlegenheit teilweise kompensieren können. Also können wir unsere obige Aussage dahingehen präzisieren, dass die neue Karte von der Performance her stark der HD 4890 ähneln wird.

Die Architektur der Radeon HD 5800-Serie haben wir bereits in unserem Launch-Artikel zur Radeon HD 5870 detailliert beschrieben, weshalb wir uns die detaillierte Analyse an dieser Stelle sparen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Unterschiede bei der Radeon HD 5830: Wie man sieht, ist die HD 5830 mit 14 SIMD-Engines ausgestattet, während es bei der HD 5870 20 sind. Dabei verfügt sie aber nur über zwei statt vier Render-Backends – es ist abzusehen, dass sich hier ein Flaschenhals zeigen wird. Jede der 14 SIMD-Einheiten verfügt wiederum über vier Textureinheiten und 16 Stream-Prozessoren, die ihrerseits je fünf ALUs mitbringen, die ATI Stream Cores nennt. So kommt diese GPU auf ihre 1.120 Stream Cores und 56 Textureinheiten.
Interessant ist, dass die GPU ihre vier 64-Bit-Speichercontroller behält, obwohl nur zwei statt vier Render-Backends an Bord sind. Jedes der Render-Backends enthält acht Color-ROPs, was insgesamt 16 ROPs und einen 256 Bit breiten Speicherbus ergibt.
Wie bei der restlichen Radeon-HD-5000-Familie, investierte ATI eine ganze Menge Schaltkreise in Merkmale wie DirectX 11 und Eyefinity. Selbstverständlich finden sich diese Features auch in der Radeon HD 5830. Da wir sie aber im Laufe der diversen Karten-Launches schon mehrfach beschrieben haben, verweisen wir an dieser Stelle auf die anderen Artikel (Radeon HD 5870, Radeon HD 5850, Radeon HD 5770/5750).
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