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Intel Core i7-3930K und Core i7-3820: Sandy Bridge-E wird bezahlbar - Core i7-3930K und -3820 im Testlabor
07:40 - 14/12/2011
Enthusiasten liebäugeln gern mit der neuesten und schnellsten Hardware. Wenn die Kaufentscheidung dann aber wirklich ansteht und man ins Portemonnaie schaut, fällt die Wahl oft genug eher auf das pragmatische Produkt als das protzige. Auch wenn unser Geek-Herz also durchaus für Intels 1000-Dollar-CPU Core i7-3960X schlägt, hat er bei uns im harten Licht der Realität betrachtet einen schweren Stand. Das Problem ist hausgemacht, denn laut Intels offizieller Preisliste kostet der Core i7-3930K ganze 416 Dollar weniger. Das klingt deutlich bezahlbarer, und man muss nur auf 3 MB L3-Cache und 100 MHz Nominaltakt verzichten. Gerade letzteres ist bei einer CPU mit offenem Multiplikator aber eigentlich kein Argument… Ein Superschnäppchen ist der i7-3930K mit seinem Preisschild von gut 500 Euro natürlich immer noch nicht – aber im direkten Vergleich erscheint er einfach die cleverere Wahl zu sein, wenn es ein Sechskerner mit Sandy-Bridge-Architektur sein soll.
Neben den beiden Hexa-Cores gibt es aber auch noch eine Quad-Core-Version des Sandy Bridge-E namens i7-3820. Heute wollen uns also anschauen, wie sich diese beiden „kleineren“ High-End-Modelle mit ihrem jeweiligen Standardtakt zu einander verhalten, welches sich für wen mehr lohnt, und vor allem prüfen, ob nicht doch etwas für das Flaggschiff i7-3960X spricht.

Intel stellte den Core i7-3930K gleichzeitig mit dem großen Bruder i7-3960X vor, doch so richtig verfügbar ist diese CPU immer noch nicht. Außerdem hat Intel die offizielle Preisempfehlung seit dem Launch von 550 auf 583 Dollar angehoben – wohl, weil es einfach keine wirkliche Konkurrenz gibt. Im deutschen Online-Handel beginnen die Preise derzeit bei knapp 520 Euro.
Der kleinere Chip ist noch schwerer aufzutreiben, denn auch wenn die Preissuchmaschinen ihn wenigstens kennen, werfen sie aktuell noch eine leere Liste aus. Die Erklärung ist einfach: Die technischen Daten sind uns zwar schon heute bekannt, offiziell wird es diese Modell aber erst 2012 geben. Wie also an ein Testmodell herankommen? Nun, wie wir wissen, werden in Bars gerne alle möglichen interessanten technischen Spielereien vergessen. Da sahen wir es als unsere Pflicht gegenüber unseren Lesern an, in unserer Lieblingskneipe Überstunden zu machen, in der Hoffnung, einen solchen Erlkönig unter einem Bierdeckel zu finden.
Generell hat Sandy Bridge-E es nicht wirklich einfach, egal welches Modell man sich genauer anschaut, denn die Konkurrenz ist groß. Betrachtet man die CPU-Landschaft abseits der Flaggschiff-Riege, fällt einem als erstes die Mainstream-Architektur Sandy Bridge ins Auge, die wir seit ihrem Erscheinen vor nunmehr 11 Monaten für ihre hervorragende Performance schon mit Standardtakt loben. Weitere Vorteile sind der geringere Preis für die gesamte Plattform (CPU, Mainboard, Speicher), die sehr hohe Effizienz und das gute Übertaktungspotential (zumindest bei den K-Modellen). Bei offiziellen Preisen von 1000 und knapp 600 Dollar für die beiden Sechskerner (und wohl ca. 285 Dollar für den Sandy-Bridge-E-Quad, wie eine Kneipenbekanntschaft durchblicken ließ) gehen selbst einem Advocatus Diaboli schnell die Argumente aus, warum man sich für die Flaggschiffe und nicht die preiswerteren Alternativen Core i7-2600K und Core i5-2500K entscheiden sollte. Immerhin haben die wie gesagt auch einen offenen Multiplikator.
Außerdem wird in nicht allzu ferner Zukunft auch noch Ivy Bridge die Bildfläche betreten, nämlich in der ersten Jahreshälfte 2012. Mit dem Wissen im Hinterkopf werden sich gut informierte Enthusiasten noch schwerer tun, sich für Sandy Bridge-E zu entscheiden; immerhin darf man erwarten, dass Ivy Bridge in normalen Desktopanwendungen bessere Performance erreichen wird.


Wie gefährlich eine Ivy-Bridge-Quad den Sechskernern der Sandy-Bridge-E-Familie wird, lässt sich heute natürlich noch nicht sagen. Immerhin werden die finalen Chips erst in einigen Monaten ausgeliefert. Wie es der Zufall so wollte, gelangte über unsere Kneipen-Connection auch ein Core i3 der Ivy-Bridge-Generation mit einer TDP von 55W in unsere Hände, den wir ebenfalls gleich verschiedene Tests durchlaufen ließen. Unser erster Eindruck: Die Ergebnisse waren um einiges niedriger, als Intel in dieser geleakten Präsentation verspricht. Wir werden vorerst einmal abwarten, wie sich dieser Prozessor entwickelt, bevor wir konkrete Performance-Infos in Form von Charts veröffentlichen.
Sollten sich Enthusiasten also sorgen machen, dass Ivy Bridge ihrem Sandy Bridge-E die Schau stiehlt? Wir glauben das eher nicht. Es ist zwar schade, dass man im High-End-Bereich wohl ein weiteres Jahr auf Ivy Bridge-E wird warten müssen, aber diese beiden Marktsegmente erwarten auch völlig andere Dinge. Mit anderen Worten: Ivy Bridge mit 77 W TDP wird in den Szenarios, für die man sich einen Sechskerner anschafft, wohl kaum einem Sandy Bridge-E mit 130 W gefährlich werden.
Ehrlich gesagt sind wir auch nicht so sicher, dass die Chipsatz-Kompatibilität zwischen Ivy Bridge und Intels aktueller 6er-Serie so problemlos gegeben ist, wie sich das sicherlich viele Besitzer eines P67- oder Z68-Boards wünschen.
Geht High-End auch preiswert?
Es ist leicht, den Core i7-3960X als Protz-Prozessor für Leute abzutun, die nicht wissen, was sie sonst mit ihrem Geld anfangen sollen. Es stimmt schon: Als Preis-Leistungs-Hit wird Intels aktuelles Sechskern-Flaggschiff sicher nicht in die Geschichte eingehen. Dennoch muss man einräumen, dass der High-End-Chip in Anwendungen mit vielen Threads deutlich schneller ist als der Core i7-990X, den er ablöst, und den Core i7-2600K, mit dem er so gern verglichen wird, deklassiert. Es wird also sicherlich gut betuchte Enthusiasten geben, die sich den Core i7-3960X gönnen, einfach weil sie es können. Daneben entscheiden sich aber vielleicht auch nicht wenige für dieses Modell, die arbeitsbedingt viel Rechenleistung und viele Kerne brauchen und deshalb das leistungsfähigste System mit nur einem Sockel kaufen, auch wenn sie dafür einen Aufpreis zahlen müssen.
Hier kommt aber wieder unsere pragmatische Seite durch, denn nur weil man das Geld hat, muss man es ja nicht zum Fenster rauswerfen. Sandy Bridge-E ist inzwischen seit einigen Wochen offiziell auf dem Markt, und wir können nun in aller Ruhe auf der Grundlage der tatsächlichen Straßenpreise nachvollziehen, was ein solches System am Ende kostet. Vor allem können wir aber überlegen, wie man vielleicht hier und da ein wenig sparen kann, ohne allzu viel an Leistung einzubüßen.
Beispielsweise ist Intels Mainboard DX79SI, das wir für unseren Launch-Artikel nutzten und das auch heute wieder als Basis unseres Testsystems dient, im Online-Handel für gute 250 Euro zu finden. Dazu kommen noch etwa 940 Euro für den Core i7-3960X selbst sowie vier 8 GB große DDR3-1333-Speichermodule von Crucial zu je mindestens 250 Euro. Nur für die Plattform, ohne weitere Komponenten, zahlt man über den Daumen gepeilt also schon 2190 Euro. Zugegeben, wir haben hier auf sehr teuren Speicher mit hoher Kapazität gesetzt. Wir entschärfen diesen Einzelposten also, indem wir stattdessen zu G.Skill-Speicher greifen, der bis zu DDR3-2133 erreicht und in unserem Launch-Artikel bei den Skalierungsmessungen der Speicherbandbreite zum Einsatz kam. Das 8-GB-Kit kostet ca. 50 Euro. Schon sinkt der Einstiegspreis zumindest auf dem Papier auf etwas freundlichere 1240 Euro.
Wo können wir noch den Rotstift ansetzen, um Sandy Bridge-E für Enthusiasten bezahlbarer zu machen, ohne dass dabei die Performance leidet? Ob uns das gelingt, zeigen die Benchmarks in einigen Seiten. Hier ist jedenfalls unsere Liste der Komponenten für eine preiswertere Sandy-Bridge-E-Plattform:
| Komponente fürs "preiswerte High-End" | Tagespreis laut Suchmaschine* |
|---|---|
| Intel Core i7-3930K | ca. 525 Euro |
| ASRock X79 Extreme4-M | ca. 180 Euro |
| G.Skill F3-12800CL9Q-8GBRL (4 x 2 GB DDR3-1600) | ca. 50 Euro |
| Gesamt: | ~ 755 Euro |
*Die Tagespreise wurden am 13.Dezember 2011 per Geizhals.net/de ermittelt
Mit knapp 180 Euro ist das ASRock X79 Extreme4-M eines der preiswertesten X79-Mainboards und dazu noch im praktischen microATX-Format ausgeführt. G.Skills 8 GB großes DDR3-1600-Kit der Ripjaws-Serie taugt vielleicht nicht besonders zum prahlen, genügt aber für unsere Ansprüche und ist auch für die allermeisten Anwendungen groß genug dimensioniert. Bleibt noch der Core i7-3930K, mit dem wir Intels eigentlichem Flaggschiff-Prozessor so nahe kommen wie es geht, ohne dabei auf Prozessorkerne zu verzichten. Macht unterm Strich „nur“ runde 755 Euro für die Plattform. Damit hat man nochmal Geld gespart - und zwar fast 500 Euro gegenüber der preiswerteren Variante mit kleinerem Speicherausbau.
Klar, verglichen mit einem preiswerten Einstiegs-Board mit Z68-Chipsatz (~80 Euro), dem gleichen 8-GB-Speicherkit und einem Core i7-2700K (~300 Euro) zahlt man immer noch gut 325 Euro mehr, aber im Mainstream-Segment gibt es nun einfach mal keine Sechskern-CPUs von Intel. Und schon wirkt ein Sechskern-System auch für jene Leute deutlich attraktiver, die bei Sandy Bridge erst einmal abgewartet haben um zu sehen, was für High-End-Hardware im Laufe des Jahres noch kommt.
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