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Archivierungsfunktionen

11:40 - 22/02/2010

Bei der Auswahl des passenden Archivierungs-Werkzeuge sollte man ein paar Dinge beachten.

Anwendung und Kompatibilität

Was wird zur Komprimierung oder Archivierung benötigt? Für kleine Dateien, die per Email verschickt werden sollen, ist eine hohe Komprimierung nicht unbedingt notwendig. Allerdings kann es durchaus bequem und sinnvoll sein, mehrere Dateien in einem einzelnen Archiv zusammenzufügen. Besonders kommerzielle Anwendungen bieten ein hohes Niveau an Integration in das Betriebssystem, wodurch Anwendern mit einem rechten Mausklick im Windows Explorer die angesprochenen Funktionen zur Verfügung stehen. Sofern man Daten an Kontakte weiterleiten will, die man nicht allzu gut kennt, sollte man sich auf bekannte Container-Formate wie zip oder rar konzentrieren. Die meisten Empfänger dürften eine Zip-Datei öffnen und extrahieren können, was auf andere Formate nicht unbedingt zutreffen muss.


Hinsichtlich der Reduzierung der Gesamtgröße bietet sich ein anderes Bild. Hier  ist es sinnvoller ein leistungsstärkeres, wenn auch weniger bekanntes Tool einzusetzen. Jedoch sollte man bevor man es einsetzt einen Blick auf die Versions-Geschichte des jeweiligen Tools werfen um sicherzugehen, dass es regelmäßige Updates gibt und Aktualisierungen auch noch erhältlich sind, wenn man auf ein neues Betriebssystem umsteigt. Zudem kann es auch nicht schaden, eine Archivierungslösung zu wählen, deren Container von anderen Programmen gelesen und dekomprimiert werden können.

Komprimierung contra Geschwindigkeit contra Dateiarten

Eine bessere Komprimierung reduziert die Dateigröße, wobei hier der Komprimierungsvorgang an sich länger dauern kann. Moderne Anwendungen sind normalerweise thread-optimiert, was bedeutet, dass diese die Vorteile von Dual- bzw. Multi-Core-Prozessoren zu nutzen wissen. Allerdings gibt es ein paar Lösungen, die immernoch auf lediglich einen Prozessorkern zurückgreifen. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass Dateitypen wie Dokumente oder jene mit sich wiederholenden Elementen recht umfangreich komprimiert werden können. Andere Dateitypen sollten zur Beschleunigung des Vorgangs hingegen nur gespeichert oder minimal komprimiert werden. JPEG-Bilder, Software-Installationsdateien und ähnliche Dateitypen sind bereits komprimiert, weshalb man nicht erwarten sollte, dass sich hier die Dateigrößen noch signifikant reduzieren lassen. Die Komprimierung dieser Dateitypen hat lediglich einen kosmetischen Effekt zur Folge.

Sofern man mit Dateien arbeitet, die einfach per Email verschickt werden sollen, ist die Zeit, die für die Komprimierung benötigt wird, eher zweitrangig. Der Faktor Zeit wird jedoch dann wichtig, wenn man eine größere Datenmenge für eine Datensicherung archiviert . Ein einfaches Beispiel: Das Komprimieren von verschiedenen Daten mit einer Gesamtgröße von 50 GB unter Verwendung einer  minimalen Kompressionsrate dürfte genauso schnell erledigt sein wie ein einfacher Kopiervorgang der Dateien. Will man allerdings die Dateien maximal Komprimieren, dann kann dieser Vorgang auf einem durchschnittlichen Systemen mehrere Stunden dauern.

Multi-Volume-Archive

Durch die Beschaffenheit von Speichermedien bzw. Größenbegrenzungen von Email-Konten ist es eventuell notwendig, die Größe von Dateien und Sicherungsarchiven zu verringern. Email-Konten weisen auch heute noch oftmals eine Beschränkung von 10 bis 20 MB pro Email auf. Medien wie CDs, DVDs und selbst Blue-Rays bieten lediglich eine beschränkte Speicherkapazität. In solchen Fällen ist es daher unter Umständen notwendig ein Archiv mit mehreren Teilen zu erstellen und dazu noch die Dateigröße pro Archiv-Teil zu bestimmen. Sogenannte Multi-Volume-Archives werden von vielen, wenn auch nicht allen, modernen Archivierungsprogrammen unterstützt.

Selbst-extrahierende Archive

Command-Line-Optionen

Ist eine Automatisierung des Archivierungsvorgangs angedacht, möchte man voraussichtlich auch das  Dateikomprimierungswerkzeug in bestehende Skripte integrieren. Fast alle uns bekannten Lösungen unterstützen zumindest grundlegende Befehle, die per Kommandozeile an das Programm übergeben werden können. Bei den in diesem Artikel gestesteten vier Programmen stellt dies kein Problem dar. Alle verfügbaren Optionen sind über die Kommandozeile zugänglich.

Passwörter und Verschlüsselung

Um Archive vor unberechtigtem Zugriff zu schützen, lässt sich zusammen mit der Verschlüsselung des Inhalts ein Archiv-Passwort einrichten. Dadurch dauert der Komprimierungs- und Verschlüsselungsprozess zwar länger, aber diese Kombination bietet einen wirklich effektiven Schutz. Die meisten Archivierungs-Tools unterstützen AES-Verschlüsselung und einige (7zip, WinZIP) nutzen bereits die Vorteile zusätzlicher Prozessoranweisungen, die Intel mittlerweile in seinen Core-i5 Dual-Core-CPUs  und zukünftigen 32-nm-Prozessoren einsetzt. Infolgedessen hat die Verschlüsselung künftig keinen spürbaren Einfluss mehr auf die Bearbeitungsdauer, solange das Archivierungsprogramm AES-NI (New Instructions) unterstützt. Bei AMD dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein bis ein ähnliches Instruction Set Einzug hält.

Weitere Grenzen

Insbesondere für große Dateien und ältere Container gibt es weitere Einschränkungen. Die Zip-2.0 Spezifikationen unterstützen lediglich Archive bis zu einer Größe von 2 GB und auch zu komprimierende Dateien dürfen lediglich eine Ausgangsgröße von 2 GB vorweisen. Eine ältere Festplatten-Partition dürfte ebenfalls zum Problem werden: Für FAT32 ist auf älteren Windows-Systemen bei 4 GB Schluss. Wenn man größere Archive erstellen will, dann benötigt man NTFS. Moderne Archivierungsprogramme nehmen unter Umständen auch entsprechend viel Hauptspeicher in Anspruch, da hier umfangreiche Wörterbücher (aus denen Komprimierungsmuster ausgelesen werden) normalerweise im Hauptspeicher gehandhabt werden müssen. Deshalb erreicht man die beste Performance nur, wenn man dem Archivierungs-Tool keinen Flaschenhals durch eine mangelnde Speicherkapazität auferlegt.

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