Assassins Creed II–Serverüberlastung, Spielerfrust

13:20 - 07/03/2010

Bereits am dritten Tag nach dem Release stieß Ubisofts neues Online-System wohl erstmals deutliche an seine Grenzen. Das Einloggen dauerte zeitweise 3 Minuten und länger, das nachfolgende Synchronisieren der Spielstände über das Netz brach öfters ab und dauerte ebenfalls bis zu 4 Minuten.

Wir hatten bis zu 4 Minuten Zeit, Pixel zu zählen…

War das Prozedere endlich überstanden, wurde das Spielen selbst aufgrund ständig abreißender Verbindungen zur Qual für all diejenigen, die sich den Sonntag mit Assassins’s Creed II verkürzen wollten. Auch wenn der eigentliche Spielstand nicht verloren geht, kostet dies unnötig Zeit und Nerven. Unser Benchmark musste deshalb erneut abgebrochen werden, da es nach dem Verlassen einer laufenden Session geradezu zum Glückspiel mutierte, sich mit neuer Technik erneut in vernünftiger Zeit einloggen zu können.

… um endlich einloggen zu können

Wir müssen leider konstatieren, dass diese Art der Kundenbindung im Vorfeld ganz offensichtlich nicht ausreichend getestet wurde und bereits nach nur wenigen Tagen das erste Mal kollabierte. Was uns erwartet, wenn noch mehr Spieler dieses Spiel gleichzeitig spielen wollen, wollen wir uns lieber nicht ausmalen. Um eine lokale Störung auszuschließen, haben wir die Verbindung über T-Online, Vodafone und mittels UMTS-Mobiltelefon als Modem getestet. Darüber hinaus hatten wir noch Kontakt zu drei Spielern in anderen Regionen Deutschlands. Die Probleme traten durchweg orts- und netzunabhängig auf. Der aktuelle Spieletest wird somit erneut verschoben werden müssen und wir werden deshalb jetzt das tun, wofür man garantiert keine Netzverbindung braucht: ein DRM-freier Sonntagsspaziergang durch einen zugeschneiten Park. Echtzeit-3D zum Nulltarif, ohne Kopierschutz und Warteschleifen. 

Statt einer Belohnung für eine gelöste Mission.

Wir können Ubisoft im Namen der Spieler nur daran erinnern, für wen das Spiel gemacht wurde, und dass man als Kunde für den gezahlten Kaufpreis zumindest einen spielbaren Gegenwert erwarten kann. Wenn die Technik dies nicht hergibt, dann muss kurz und schmerzlos die Notbremse gezogen werden. Lieber früher als später, denn das Spiel an sich ist zu gut, um durch überflüssige Umstände zum Flop zu mutieren. Dies wiederum wäre wirklich schade.

Man muss in diesem Fall wenigstens ausgleichende Gerechtigkeit konstatieren. Der Ausfall trifft nämlich ehrliche Käufer und die Nutzer des mittlerweile im Umlauf befindlichen Kekses als Wartegemeinschaft gleichermaßen.